Fr, 17. Juli 2026 – Neu Darchau
NAJU Hermannsburg-Faßberg erlebt Abenteuer-Woche in der Elbtalaue
Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt kam die Gruppe gut gelaunt auf dem Zeltplatz Klein Kühren mit eigener Badebucht und riesiger Wiese an. Mit schon routinierten Griffen fassten alle mit an und die Zelte waren schnell aufgebaut. Auch der überdachte Sitzplatz war rasch errichtet und mit stabilen Heringen sicher verankert, um starkem Wind zu trotzen. Nun brannten alle darauf, noch die Füße und möglichst auch den Rest des Körpers in das kühle Elbwasser zu tauchen. Das Badezeug war in Windeseile angezogen und mit Freude ging es in die sehr niedrige Elbe mit ihrem kiesigen Grund. Nach einem ausgiebigen Bad konnte das Essen in der mitgebrachten Zeltküche gar nicht schnell genug fertig sein. Doch die Kartoffelsuppe musste nochmals angefeuert werden, da aufziehendes Gewitter die Kohle im Ofen tatsächlich mit windigem Atem ausgepustet hatte. Mit Geduld wurde das Essen noch fertig, bevor alle „verhungerten“. Der Hunger war so groß, dass die Verzögerung für blanke Töpfe und Teller sorgte. Die erste Aufregung ließ alle müde und gespannt auf den nächsten Tag in die Schlafsäcke kriechen.
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Bildrechte: Joachim Webel, Kristina Basenau, Jürgen Eggers
Der Dienstag begann mit leckerem Frühstück und der Vorbereitung von Proviant für die geplante Radtour nach Hitzacker. Gleich am ersten Morgen besuchten uns die gelb-schwarzen Zuckerwächter und passten auf, dass wir unsere Marmelade nicht geöffnet stehen ließen. Joachim zeigte den Kindern, wie die Wespen bei richtigem Umgang gute Frühstücksnachbarn sein können.
Vor der Abfahrt wurden noch Reifen aufgepumpt, Bremsen und Sättel kontrolliert und Getränke aufgefüllt. Endlich starteten wir mit kräftigen Tritten in die Pedale in Richtung Hitzacker. Steiles Bergauf und Bergab war für die mutigen NAJUs kein Problem, auch enge Pfade, von Brennnesseln gesäumt oder mit Wurzeln durchwachsen, wurden problemlos gemeistert.
In Hitzacker wurden alle mit einem leckeren Eis belohnt und hatten sich eine lange Pause verdient. Nachdem alle gut ausgeruht waren, entdeckten die NAJUs an der Eisdiele und anderen versteckten Plätzen die Zwerge von Hitzacker. Laut einer alten Überlieferung lebten einst 15 muntere Zwerge in einer Höhle am Weinberg von Hitzacker. Sie halfen den Bewohnern, liehen bei großen Feiern Hausgeräte oder Braupfannen aus und befreiten die Stadt von einer Mäuseplage. Heute erinnern viele Bronzezwerge in der Stadt an diese lokale Sage und können von Interessierten entdeckt werden.
Zurück am Zeltplatz wurden wieder die Badesachen angezogen und danach das Abendessen zubereitet und verschmaust. Das Spielen am Strand und auf der Wiese kam natürlich auch nicht zu kurz. Nachdem auch Abwasch und Zähneputzen erledigt waren, wurde es in den Zelten schneller ruhig als am ersten Abend.
Mittwoch musste das Frühstück in etwas kürzerer Zeit erledigt werden, da die zweite Fahrradtour etwas anders geplant war: die Fahrrad-Draisinen in Alt Garge warteten auf die Ankunft unserer Gruppe. Vor Ort angekommen mussten wir jedoch etwas warten, da es eine seltene Fehlplanung bei den Ehrenamtlichen des Vereins gab. Doch glücklicherweise konnten wir mit etwas Verspätung noch die Fahrt mit den muskelgetriebenen Schienenfahrzeugen antreten. Wegesicherung und das Wenden der Draisinen an den Endpunkten waren weitere spannende Erlebnisse auf dieser Tour durch Feld und Wald bis hinunter an die Elbe.
Danach ging es an diesem Tag noch weiter zum Schloss Bleckede mit dem Biosphärium, um die Besonderheiten der Elbtalaue mit Auge, Ohr und Händen spielerisch zu erleben. Einige Tiere konnten dort beobachtet werden: Fische in mehreren großen Aquarien, von Stichling bis Stör, und Biber in einer einsehbaren Biberburg waren für die Kinder sehr interessant.
Die Überquerung der Elbe mit einer Fähre fand auch noch Platz im Tagesprogramm, bevor alle zurück zum Zeltplatz fuhren. Baden und Kochen ging an diesem Tag etwas schneller, damit auch ein Lagerfeuer mit Gitarrenmusik und Gesang den Tag ausklingen lassen konnte.
Donnerstag war für eine Aktion mit Christian vom Archäologischen Zentrum Hitzacker reserviert. Als erstes führte er uns zu unserem „Lagerplatz“ und erklärte den Kindern etwas zu den originalgetreu nachgebauten Langhäusern, den Fundstücken, z.B. Stein- und Bronzebeilen, und wie das Leben der Siedler in der Bronzezeit vermutlich aussah. Auch zeigte er uns, wie schwierig und mühsam Feuermachen war und was dafür benötigt wurde. Mit selbst geschlagenen und mit Zunder aufgefangenen Funken wurde das Feuer zum Teekochen und Backen entfacht. Nun konnten die Kinder ihre Fähigkeiten beim Hausbau mit Weidengeflecht und Lehmfüllung, Mehlmahlen und Schlagen messerscharfer Feuersteine an verschiedenen Stationen ausprobieren.
Nach einer Stärkung mit gekochtem Tee und gebackenen Brot-Fladen ging es mit dem Bogenschießen weiter. Etliche Pfeile trafen die Zielscheibe und stolze „Krieger“ freuten sich auf die Fahrt im schweren Einbaum auf der Jeetzel.
Der Abend auf dem Zeltplatz konnte wieder mit Lagerfeuer und Gesang ausklingen und alle waren traurig, bald Abschied von der Elbe nehmen zu müssen. Wir erlebten noch einen herrlichen Sonnenuntergang und beobachteten mit dem Fernglas die Biber auf der anderen Seite des breiten Flusses.
Nachdem sonniges Wetter uns die ganze Woche begleitet hatte, wurde es in der letzten Nacht spannend, als ein Gewitter über den Zeltplatz hinweg zog und für eine Menge Regen sorgte. Blitz und Donner waren glücklicherweise am Morgen vorbei, so dass wir die Zelte trocken abbauen und auch das Frühstück mit Sonne genießen konnten. Auf dem Heimweg bestiegen wir noch den Aussichtsturm auf dem Kniepenberg und erfreuten uns an dem wunderbaren Blick über die Elbtalaue.
Kategorie: Umweltbildung



